Anke Pranz    Unternehmensberatung & Organisationsentwicklung 

           Systemoptimierung

Was ist das morphogenetische Feld?

Wir leben in einer Welt, die vor ca. 15 Milliarden Jahren entstanden ist. Eine Welt, die ständig gewachsen ist und auch heute noch wächst. Es entwickeln sich Galaxien, Sterne, Planetensysteme  und einzelne Planeten. Auf unserem Planeten Erde entwickelt sich seit 3 Millarden Jahren Leben und dieser Entwicklungsprozess setzt sich in uns Lebenden fort. Die Naturwissenschaft ist dabei ein Teil dieses Prozesses, als Wissenschaft des biologischen Lebens und und der gesamten Natur.

Der Biochemiker und Zellbiologe Rupert Sheldrake hat in den 1970er Jahren herausgefunden, dass der Natur ein Gedächtnis innewohnt. Er knüpft dabei an eine Theorie des russischen Biologen Alexander Gurwitsch von 1922 an. Diese Hypothese der Formenbildungsursachen hat ein breites wissenschaftliches Interesse gewonnen. Besonders durch die Aufstellungsarbeit im Feld  findet Sheldrakes Hypothese immer mehr Beachtung in der Öffentlichkeit. 

Die Entstehung der Formen nennt sich Morphogenese. Seine grundlegende These ist die, dass alle Formen in der Natur durch formenbildende Felder bestimmt werden, die eine Art Gedächtnis der Natur darstellen. Die Erfahrungen aller Individuen einer Art werden dort gespeichert. Den Prozess, durch den Vergangenheit innerhalb eines morphischen Feldes zur Gegenwart wird, nennt Sheldrake morphische Resonanz. Durch "morphische Resonanz" steht jedes Individiuum mit diesen Feldern in Verbindung und seine Form, seine Entwicklung und seine charakteristischen Verhaltensweisen werden durch diese Felder gesteuert.

Rupert Sheldrake legte dar, dass natürliche Systeme, wie Menschen, Tiere, Steine, Moleküle, wann und wo auch immer sie gelebt haben, eine kollektive Erinnerung übernehmen. Diese kollektive Erinnerung wird durch Wiederholung immer weiter ausgeprägt. Die Natur oder Eigenarten von Dingen sind daraus schlussfolgernd das Ergebnis von Gewohnheiten. Die Dinge sind so wie sie sind, weil sie vorher schon genau so waren. Die Erinnerungen sind nicht nur kollektiv, sondern auch kummulativ. Das bedeutet, wenn eine größere Anzahl von Formen und Feldern sich verändert, also je mehr Individuen bestimmte Fähigkeiten und Fertigeiten erlernen, desto schneller und leichter lernen andere Individuen es, weil eine ständig wachsende Zahl von Individuen diese bereits beherrschen.

Morphogenetischen Feldern wohnt somit etwas Schöpferisches inne. Wenn man diesen Aspekt genauer betrachtet, stößt man unweigerlich auf den Ursprung und der Quelle dessen, was in ihnen geschieht. Selbst wenn man hierbei ewige und transzendale Ideen oder Gesetzte als die allem zugrunde liegende Wirklichkeit erachtet, können wir den Ursprung des Universums und das Wirken des Schöpferischen in ihm als ewiges Mysterium betrachten und uns damit auch zufriedengeben. Denn früher oder später erreicht man die Grenzen des begrifflichen Denkens und Gewahrseins. Nur Glaube, Liebe, mystische Einsicht, Kontemplation, Erleuchtung oder der Glaube an Gott, den Allmächtigen, den Schöpfer allen Seins geben uns die Möglichkeit, diese Grenzen zu überschreiten.

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