Anke Pranz    Unternehmensberatung & Organisationsentwicklung 

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Meine persönliche Geschichte

Die Geschichte der Bessarabiendeutschen hat mich geprägt, wahrscheinlich mehr als alle anderen Ereignisse in meinem Leben. Von Kindheit an hat meine Oma mir immer von Bessarabien erzählt. Ich fand die Geschichten immer spannend und habe immer auch im Kindergarten und auch in der Schule erzählt, meine Vorfahren sind aus Rumänien und ich stamme direkt von Graf Dracula ab.

Jetzt kann ich viele Dinge viel besser verstehen und habe auch in den letzten 20 Jahre ein anderes Interesse an der Geschichte meiner Vorfahren entwickelt. Wer einen Bessarabiendeutschen oder Nachfahren kennt, wird dies verstehen. Bessarabiendeutsch sein hieß für meine Oma immer eine Großfamilie zu sein, in der alle fleißig sind und sich gut verstehen und die Geschwister sich untereinander helfen. Es hieß auch einer Gemeinschaft anzugehören, in der jeder für jeden da ist und man sich hilft wo man nur kann und man gerne Zeit mit anderen Mitgliedern der Gemeinde verbringt. In Bessarabien waren die Menschen höflich, sie waren geprägt vom Christlichen Menschenbild. Sie führten eine lebendige Beziehung mit Gott. Sie hatten idealistische Werte und Vorstellungen.

In Bessarabien liebte man gutes Essen, man baute alles selbst an, Kartoffeln, Mohrrüben, Tomaten, Gurken, Erbsen, Rüben, man hatte eigene Äpfelbaume, Birnenbäume, Kirschen, Pflaumen, Johannisbeeren, Rhabarber. Sie hatten eine eigene Viehzucht, Hühner, Enten,Schweine, Kaninchen, Katzen und Hunde und vor allem eigene Pferde. Sie waren meist Bauern und lebten von der Landwirtschaft.

Meine Vorfahren sind aus Arzis. Oder Arcys, wie es im Original heißt.


Es gab keinen Tag im Leben mit meiner Oma, an dem sie uns nicht von Arzis erzählt hatte. Arzis war in ihren Erzählungen wundervoll, wie „Der Himmel auf Erden“.  

Es gibt wahrscheinlich kaum eine Volksgruppe, wo die Erinnerung an ihre Heimat so lebendig ist wie bei den Bessarabiendeutschen.


v.l. meine Oma Lilli Pranz geb. Haas, Emilie, Anna, Helene, Klara, meine Urgroßeltern Friedrich Haas und Luise Haas (geb. Romppel),unten Adele in Arzis, Bessarabien

Ich bin zum 1. Mal im März 2017 nach Arzis gereist. Zu danken habe ich dafür meiner lieben Freundin Christina Sprenger, die mir den Flug nach Bukarest geschenkt hatte. Ursprünglich wollten wir gemeinsam dort hinreisen, leider konnte sie aus privaten Gründen nicht mitkommen.

Nachzulesen ist meine Reise hier auf Seite 13 und 14, da ich einen Reisebericht für das Bessarabiendeutsche Mitteilungsblatt verfasst habe.

Meine 1. Reise nach Arzis



  • Neue Kirche Arzis
    Neue Kirche Arzis
  • Erinnerungen alte Kirche Arzis
    Erinnerungen alte Kirche Arzis
  • Friedhof Arzis
    Friedhof Arzis
  • DSCI1113
    DSCI1113
  • DSCI1124
    DSCI1124

Bilder von meinem Besuch in Arzis im März 2017, v.l. neue Kirche, unten: die Hauptstraße, in der Straße hatte meine Oma gewohnt, Mitte: Überrest der Arziser Kirche

rechts oben: das Kreuz in Arzis an dem sich alle Umsiedler aus Arzis 1940 von Bessarabien verabschiedet haben


                                                                                             Das Schwarze Meer


  • Paris
    Paris
  • DSCI1274
    DSCI1274
  • DSCI1038
    DSCI1038
  • Paris2
    Paris2
  • DSCI1278
    DSCI1278
  • Tarutino3
    Tarutino3
  • DSCI1349
    DSCI1349
  • DSCI1128
    DSCI1128

Paris, Tarutino,  der Kirchpfeiler (Überrest der Arziser Kirche),  Alexander I., Mitte oben: das Bessarabiendeutsche Wappen in Tarutino

Ich bin meiner Oma mein Leben lang dankbar dafür, dass sie meine Oma war. Ich könnte mir keine bessere Oma wünschen (meine andere Oma kannte ich leider nicht, aber aus Erzählungen weiß ich, sie war genauso wundervoll). Meine Oma hat das Leben aus Arzis an der Müritz weiter gelebt und wir hatten immer einen großen Hof mit vielen Tieren und einen blühenden Garten (den Garten mit den ganzen vielen schönen Blumen und Obst und Gemüse haben meine Eltern immernoch), und ich bin bis heute erstaunt, wie diese kleine zarte Person alles bewirtschaftet hatte, bis ins hohe Alter. Ich kenne keinen fleißigeren, gewissenhafteren, freundlicheren und herzlicheren Menschen auf Erden und wie unsere Nachbarin- die meine Omas beste Freundin war- immer gesagt hatte „ich kenne keinen geduldigeren Menschen, als deine Oma". Ich wünsche wirklich jedem so einen besonderen Menschen in seinem Leben.